7 Regeln für erfolgreiches Guerilla-Marketing

7 Regeln für erfolgreiches Guerilla-Marketing

Es wird immer schwerer, die Zielgruppen mit klassischer Werbung zu erreichen. An Werbeplakaten gehen viele achtlos vorbei, Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften werden ignoriert und ein Werbeblock im Fernsehen wird genutzt, um auf die Toilette zu gehen oder sich etwas zu trinken zu holen.

Regeln Guerilla-Marketing

Werbeprospekte, Flyer und Werbebriefe wandern oft auf direktem Wege in den Mülleimer. Im Internet wiederum sorgen Blocker dafür, dass erst gar keine Werbung angezeigt wird. Um Aufmerksamkeit zu wecken, müssen also andere Lösungen her. Und tatsächlich sind diese schon lange vorhanden. Ein Beispiel dafür ist das Guerilla-Marketing.

 

Die Idee hinter Guerilla-Marketing

Der spanische Begriff Guerilla bedeutet übersetzt soviel wie kleiner Krieg. Doch beim Guerilla-Marketing geht es natürlich nicht darum, mit wilden und ungestümen Methoden einen Krieg loszutreten. Stattdessen setzt das Guerilla-Marketing auf überraschende Effekte, oft verbunden mit einem Augenzwinkern. Die Bezeichnung selbst geht auf den US-amerikanischen Marketing-Experten Jay C. Levinson zurück.

Und im Kern dreht sich beim Guerilla-Marketing alles um originelle Ideen. Anstelle eines großen Marketing-Budgets setzt diese Werbestrategie auf Kreativität.

Das Ziel der Aktionen ist, möglichst viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und in den Medien zu erregen. Sie sollen Gesprächsstoff bieten und so die Mundpropaganda fördern. Damit das gelingt, brauchen Guerilla-Marketing-Aktionen einen Moment, der überrascht, erstaunt, schockiert, unterhält, zum Schmunzeln anregt oder nachdenklich stimmt.

Das wiederum setzt eine gute Portion Kreativität voraus, genauso aber auch Mut und neue, originelle Ideen.

 

7 Regeln für erfolgreiches Guerilla-Marketing

Das Guerilla-Marketing möchte die Menschen dazu bringen, die Aktionen mit Spannung zu beobachten oder – noch besser – gleich daran mitzumachen. Aus diesem Grund finden die meisten Aktionen draußen statt.

Doch gerade bei Werbe-Aktionen, die medienwirksam im öffentlichen Raum durchgeführt werden, kann vieles gelingen, mindestens genauso viel aber auch schief laufen. Wichtig für ein erfolgreiches Guerilla-Marketing ist deshalb, dass die folgenden sieben Regeln eingehalten werden.

 

Regel Nr. 1: Einen günstigen Standort wählen.

Guerilla-Marketing-Aktionen sollen zwar die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dürfen aber niemanden behindern oder gar in Gefahr bringen. Standorte, die Gefahrensituationen hervorrufen könnten, sind deshalb auf jeden Fall tabu. Zudem sollten die Werbemittel niemandem den Weg versperren.

Denn auch die originellsten Werbemaßnahmen sind am Ende nur nervig, wenn die Passanten deswegen größere Umwege machen müssen. In vielen Fällen braucht es außerdem eine offizielle Genehmigung. Fehlt sie, drohen mitunter saftige Bußgelder.

 

Regel Nr. 2: Auf den Umweltschutz achten.

Umweltschutz ist ein großes Thema und die Menschen werden immer sensibler für Aktionen, die die Umwelt gefährden könnten. Außerdem könnte die Aktion eine Umweltschutz-Organisation auf den Plan rufen, die die Gelegenheit nutzt, um Stimmung zu machen und sich auf Kosten des Unternehmens zu profilieren.

Events wie eine Lasershow im Stadtpark, durch die Flora und Fauna Schaden nehmen könnten, sollten deshalb mit viel Fingerspitzengefühl geplant sein.

 

Regel Nr. 3: Das aktuelle Geschehen im Blick haben.

Selbstverständlich dürfen Guerilla-Marketing-Aktionen aufrütteln und provozieren. Aber sie dürfen nie geschmacklos werden. Genau das kann jedoch passieren, wenn die Aktion zufällig mit einem aktuellen Ereignis zusammenfällt und die Thematik dabei auf eine sehr unglückliche Art aufgreift.

Bevor es zu negativer Presse kommt, ist es in solchen Fällen deshalb besser, die Aktion kurzfristig abzublasen.

 

Regel Nr. 4: Nichts verraten.

Eine Guerilla-Marketing-Aktion sollte nie großartig angekündigt werden. Um die Verbreitung der Kampagne anzustoßen, kann das Unternehmen zwar ein paar ausgewählte Kunden darüber informieren oder sich vorab eine, zwei Medien mit ins Boot holen.

Die Informierten verfügen auf diese Weise über exklusives Wissen. Die Aussicht auf eine Exklusiv-Meldung wiederum motiviert dazu, über die Aktion zu berichten. Es sollte aber wirklich bei einem ausgewählten Kreis bleiben. Denn wenn jeder schon vorher weiß, was passieren wird, ist die Idee des Guerilla-Marketings verfehlt.

 

Regel Nr. 5: Die Menschen einbinden.

Begehbare Installationen, interaktive Elemente und Aktionen zum Mitmachen steigern die Wahrnehmung und sorgen für einen Spaßfaktor. Die Leute können an der Aktion teilnehmen und sie hautnah miterleben.

Passanten werden so zu aktiven Beobachtern und zu einem Teil der Werbebotschaft. Und in der heutigen Zeit wird es nicht lange dauern, bis die ersten Fotos, Videos und Posts in den sozialen Netzwerken die Runde machen.

 

Regel Nr. 6: Neues präsentieren.

Egal, wie die Aktion konkret aussieht – es gibt zwei Punkte, die immer gegeben sein müssen: So darf sich zum einen eine Aktion, die so schon einmal da war, kein zweites Mal wiederholen. Und zum anderen ist es tabu, eine fremde Idee in identischer Form zu kopieren.

Das Guerilla-Marketing lebt davon, dass es Originelles, Kreatives und Überraschendes bietet. Das wiederum setzt voraus, dass die Kampagne etwas Neues präsentiert, das so noch nicht da war. Das kann eine ganz frische Idee sein oder auch eine Weiterentwicklung von einer früheren Kampagne. Entscheidend ist eben nur, dass die Inhalte und Mittel kein alter Hut sind.

 

Regel Nr. 7: Nicht zu lange ausdehnen.

Guerilla-Kämpfer tauchen plötzlich und unerwartet auf und sind genauso schnell auch wieder im Nichts verschwunden. Eine Aktion im Guerilla-Marketing sollte dem gleichen Prinzip folgen. Sie sollte also überraschend da sein und schon bald wieder von der Bildfläche verschwinden. Denn wenn die Leute die Aktion gesehen haben, hat sie ihren Zweck erfüllt.

 

Ein Tipp zum Schluss

Auch wenn eine Guerilla-Marketing-Aktion spontan wirken soll und mit einem sehr kleinen Budget auskommen kann, will sie genauso sorgfältig geplant und umgesetzt werden wie jede andere Werbekampagne auch. Kreative Schnellschüsse verfehlen häufig ihr Ziel. Denn beim Guerilla-Marketing geht es nicht um die reine Unterhaltung.

Die Aktionen können und sollen zwar amüsant, spannend oder witzig sein. Aber sie müssen auch eine Botschaft transportieren, die zum Unternehmen und zum beworbenen Produkt passt. Es ist völlig in Ordnung, etwas Verrücktes auszuprobieren – solange es das Unternehmensimage nicht auf den Kopf stellt und die Stammkunden nicht völlig verstört. Die originellste Aktion bringt am Ende nicht viel, wenn niemand versteht, was das Unternehmen damit sagen wollte.

Wenn sich das Unternehmen unsicher ist, ob die geplante Guerilla-Aktion eine gute Idee ist, kann es hilfreich sein, sich bei den Mitarbeitern umzuhören. Oder im Vertrauen eine handvoll Kunden zu befragen. So bekommt das Unternehmen recht schnell ein ehrliches Feedback, wie die Idee ankommt und ob die Aktion zum Unternehmen passt.

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Veröffentlicht von

Christian Gülcan - Artdefects Media

Verlagsinhaber (Artdefects Media Verlag), Marketing Experte in Onlinemarketing, SEO, SEA, Social Media, Printmedien und Vermarktung von Unternehmen seit 2006. Kooperationspartner zu Werbeagenturen, Medienagenturen und Marketing-Profis. Verleger von Fachpresse in Print und Online verschiedener Branchen und Themengebiete.

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