Die größten Fehler bei der Digitalisierung

Die größten Fehler bei der Digitalisierung

Irgendwie ist es merkwürdig: Computer nutzen wir seit rund 30 Jahren, das Internet und Handys seit etwa zwei Jahrzehnten. Und Smartphones gehören seit zehn Jahren zum Alltag.

Doch erst jetzt ist das Thema Digitalisierung in aller Munde. Ständig und überall wird die Digitalisierung als die große Aufgabe schlechthin benannt.

Fehler Digitalisierung

Die Frage, ob wir denn nicht schon längst in einer digitalisierten Welt leben, ist an dieser Stelle sicher nicht abwegig. Nur ist die Antwort auf die Frage schwieriger, als es im ersten Moment vielleicht scheint.

Natürlich hat die digitale Technik längst ihren festen Platz im alltäglichen Leben gefunden und dabei weite Kreise gezogen. Aber letztlich ist das nur der Anfang. Die Entwicklung geht weiter. Und so wie sich die Welt verändert, müssen auch Unternehmen neue Wege beschreiten.

Doch auch das ist leichter gesagt als getan. Denn Veränderungen erfordern neue Fähigkeiten. Manchmal muss das Selbstbild angepasst werden, mitunter sind hohe Investitionen und damit auch eine entsprechende Risikobereitschaft notwendig.

Erschwerend kommt dazu, dass gerade im Bereich der digitalen Technik ständig irgendwelche Trends auftauchen, die nach wenigen Monaten aber schon wieder Geschichte sind.

Erst einmal abzuwarten, was passiert, ist sicher der falsche Weg. Gleiches gilt jedoch für voreilige Schnellschüsse. Um ein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen, braucht es eine Strategie. Gleichzeitig ist wichtig, die typischen Fehler zu vermeiden. Welche das sind?

Hier sind die größten Fehler bei der Digitalisierung!:

 

Fehler Nr. 1: Die Digitalisierung als Projekt mit Abschlusstermin behandeln.

Einen Kanal auf einer Videoplattform einrichten, eine App bereitstellen, einen Online-Shop einrichten und einen Mitarbeiter zum IT-Beauftragten ernennen – das sind zwar nette Maßnahmen, aber keine Digitalisierung.

Denn die Digitalisierung ist kein Vorhaben, das sich auf die Schnelle umsetzen und bis zu einem bestimmten Datum fertig stellen lässt. Die Digitalisierung ist vielmehr ein Prozess, der sich stetig weiterentwickeln und letztlich nie beendet sein wird.

Das alltägliche Leben hat sich schon jetzt stark verändert. Und je mehr digitale Technik die Bereiche durchzieht, desto größer werden die Auswirkungen auf das Verhalten von Kunden, aber auch auf die Wirtschaft und die Abläufe in Unternehmen sein. Natürlich macht es keinen Sinn, wenn ein Unternehmen versucht, jeden Trend mitzumachen.

Aber das Unternehmen muss die Geschehnisse im Blick behalten, um darauf reagieren zu können. Das Unternehmen sollte die Digitalisierung also nicht wie ein Projekt mit festgelegten Terminen behandeln, sondern sie eher als einen Weg der kleinen Schritte verstehen. Doch auch die ersten Schritte müssen natürlich gemacht werden.

 

Fehler Nr. 2: Vor lauter Technik den Kunden vergessen.

Die Digitalisierung wird gerne mit Technik gleichgesetzt. Die globale Vernetzung, automatisierte Produktsabläufe, digitalisierte Lieferketten, optimierte Fertigungsprozesse oder kurz „Industrie 4.0“ sind typische Stichworte, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung regelmäßig fallen. Aber die Technik ist letztlich nur das Mittel zum Zweck.

Im Mittelpunkt ist und bleibt der Mensch. Technische Innovationen erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn der Kunde etwas davon hat. Kein Kunde wird ein Gerät kaufen, bloß weil es neu auf dem Markt ist. Stattdessen wird er es dann kaufen, wenn er einen Nutzen und einen Mehrwert für sich erkennt.

Elektronikleichen im Schrank braucht niemand. Das Ziel der Digitalisierung ist also nicht, alles technisch zu machen. Das Ziel ist vielmehr, funktionsfähige Technik auf den Weg zu bringen, die Kundenbedürfnisse erfüllt und Lösungen bietet.

 

Fehler Nr. 3: Die Digitalisierung zur alleinigen Aufgabe der IT machen.

Digitales wird gerne mit Computern gleichgesetzt. Und für Computer, die dazugehörigen Systeme und was sonst noch damit zusammenhängt, ist die IT-Abteilung zuständig. Also liegt es nahe, die Digitalisierung in die Verantwortung der IT zu geben. Aber das ist zu einfach gedacht.

Natürlich macht es Sinn, Aufgaben zu delegieren, Zuständigkeiten festzulegen und Verantwortliche zu bestimmen, die die Abläufe organisieren und koordinieren.

Aber die Digitalisierung ist nichts, das sich nur auf eine Abteilung beschränkt. Stattdessen bezieht die Digitalisierung das gesamte Unternehmen in allen Bereichen und mit sämtlichen Mitarbeitern ein. Folglich müssen auch alle an einem Strang ziehen und ihren Beitrag leisten.

 

Fehler Nr. 4: Abbrechen, wenn es nicht läuft wie gedacht.

Eines müssen sich Unternehmen klarmachen: Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass die Digitalisierung wie geplant verläuft. Denn die Digitalisierung ist ein Prozess mit vielen Entwicklungsstufen. Gleichzeitig lässt sich dieser Prozess nicht bis ins Detail planen. Tatsächlich sind viele Entwicklungen heute noch nicht einmal vorhersehbar.

Es wird Dinge geben, die nicht funktionieren. Es kann gut sein, dass die Strategie auf halber Strecke umgeworfen und neu aufgestellt werden muss. Denkbar ist, dass Ideen verworfen werfen, weil der Trend plötzlich in eine andere Richtung geht.

Entscheidend ist, dass das Unternehmen nach vorne schaut. Die Digitalisierung ist eine große Herausforderung, die für alle Neuland ist. Fehler und Rückschläge werden sich deshalb nicht vermeiden lassen. Das Ziel muss deshalb sein, Erfahrungen zu sammeln, aus Rückschritten zu lernen – aber vor allem, an der Vision festzuhalten und auf ihre Verwirklichung hinzuarbeiten.

 

Fehler Nr. 5: Die Konkurrenz unterschätzen.

Natürlich ist es schön, wenn ein Unternehmen läuft. Und selbstverständlich ist es prima, wenn sich das Unternehmen eine gute Marktposition erarbeitet hat und mit seinen Produkten solide Umsätze einfährt. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung ist das Unternehmen aber gut beraten, wenn es sich auf diesen Erfolgen nicht ausruht.

Denn anders als früher sind Unternehmenskonzepte und -strategien viel schwerer zu planen. Start-Ups mischen die Märkte auf und die Konkurrenz kommt plötzlich mit Ideen um die Ecke, die bei den Kunden regelrechte Begeisterungsstürme auslösen.

Gut, das gab es vielleicht auch früher schon. Inzwischen kommt aber dazu, dass der Wettbewerb aus Richtungen kommt, die oft so gar nichts mit der eigenen Branche zu tun haben. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass sich Taschenlampen mal mit Smartphones messen müssen?

Mit Blick auf die Digitalisierung sollte sich das Unternehmen also nicht nur um funktionierende Systeme kümmern und in die IT-Sicherheit investieren. Sondern es sollte auch damit beginnen, am nächsten großen Coup zu tüfteln. Denn am Ende bleibt es doch bei der alten Weisheit: Die Konkurrenz schläft nicht.

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