Werbemail oder Werbebrief?

Werbemail oder Werbebrief?

Im digitalen Zeitalter gehören E-Mails, Newsletter und Posts in sozialen Netzwerken längst zu Standards in Sachen Werbung und Kommunikation mit Kunden. Der traditionelle Werbebrief wirkt dagegen altbacken und nicht mehr zeitgemäß. Doch die Marketingbranche hat ausgerechnet den klassischen Werbebrief wiederentdeckt und verhilft ihm zu einem echten Comeback.

Warum die Rückbesinnung auf den Werbebrief?

Mehrere Studien und verschiedene Umfragen haben gezeigt, dass E-Mails und Newsletter nur selten die gewünschte Wirkung erzielen. Die Empfänger stufen solche Werbenachrichten oft nicht als individuelle Ansprachen ein, sondern sehen sie eher als unpersönliche Massenpost.

Hinzu kommt, dass viele Empfänger einfach genervt sind, wenn sich ständig irgendwelche Werbemails und Newsletter in ihrem E-Mail-Postfach ansammeln. Die Folge davon ist, dass ein Großteil der digitalen Werbepost ungelesen in den virtuellen Papierkorb wandert.

Dem steht zwar gegenüber, dass digitale Medien einen deutlich geringeren Arbeits-, Zeit- und Kostenaufwand verursachen als gedruckte Werbepost. Allerdings bringt es unterm Strich nichts, wenn Werbemaßnahmen schnell und kostengünstig umgesetzt werden können, aber kaum eine Wirkung erzielen.

Gleichzeitig haben die Studien und Umfragen verdeutlicht, dass ansprechend gestaltete Werbebriefe und Werbepostkarten mehr Aufmerksamkeit erfahren. Eine Postkarte mit einem Eyecatcher oder ein persönlich adressierter Werbebrief garantiert zwar auch nicht, dass der Kunde auf die Werbebotschaft anspringt. Aber solche Werbepost hat zumindest gute Chancen, überhaupt beachtet und interessiert gelesen zu werden.

Werbemail oder Werbebrief – was ist erfolgreicher?

Eine pauschale Aussage dazu, welche Werbestrategie den größten Erfolg verspricht, ist sicher nicht möglich. Schließlich muss eine Werbekampagne zum Unternehmen, zum Produkt und zur Zielgruppe passen.

Eine allgemeingültige Aussage ist aber trotzdem möglich:

Damit eine Botschaft oder Idee werbewirksam kommuniziert werden kann, muss die Werbekampagne die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden wecken. Der Kunde muss sich angesprochen fühlen und ein Interesse entwickeln, sich mit dem Unternehmen und dessen Angebot zu beschäftigen. Im Idealfall ist eine Werbekampagne so aussagekräftig, dass sich der Kunde unterbewusst und spontan zu einem Kauf entscheidet.

Gerade in der heutigen Zeit dürfte eine solche Reaktion mit einem traditionellen Werbebrief eher zu erzielen sein. Im Fernsehen und im Radio laufen ständig irgendwelche Werbespots, die für sich alleine oft kaum wahrgenommen werden. Vermutlich könnten die wenigsten aufzählen, welche Unternehmen und Produkte in einem eben ausgestrahlten Werbeblock vorkamen. Werbeanzeigen in Zeitschriften werden oft überblättert, Werbeanzeigen im Internet weggeklickt, E-Mails und Newsletter kurzerhand gelöscht.

Ein Werbebrief hingegen ist heute immer seltener anzutreffen und sorgt allein schon deshalb für Abwechslung im Werbemittelallerlei. Zudem muss der Empfänger den Werbebrief in die Hand nehmen und zumindest einen kurzen Blick darauf werfen. Gleichzeitig spricht der Werbebrief den Empfänger persönlich an und jeder Kunde weiß, dass es aufwändiger ist, einen Brief zu schreiben als eine E-Mail.

Allerdings wird natürlich auch der Werbebrief nur dann funktionieren und sich gegenüber einer Werbemail Vorteile sichern können, wenn er professionell gemacht und ansprechend gestaltet ist.

Was zeichnet den Werbebrief von heute aus?

Viele Menschen entscheiden aus dem Bauch heraus, ob ihnen ein Unternehmen sympathisch ist, ob sie ein Angebot interessant finden und ob sie ein Produkt haben wollen. Gleichzeitig lassen sich Kunden in stationären Geschäften eher zu einem Spontankauf verleiten als in einem Onlineshop.

Im Unterschied zum Onlineshop werden im Laden vor Ort nämlich alle Sinne angesprochen. Der Kunde kann ein Produkt also nicht nur sehen, sondern er kann es auch anfassen, riechen und eventuell schmecken.

Genau hier liegen die besonderen Stärken des Werbebriefs, denn auch er kann mehr Sinne ansprechen als nur den Sehsinn. Andererseits muss der Werbebrief eine große Hürde nehmen: Der Empfänger muss erst einmal bereit sein, den Briefumschlag überhaupt zu öffnen und sich mit dem Inhalt zu beschäftigen. Ein gelungener Werbebrief fängt deshalb schon mit dem Briefumschlag an.

Eine ansprechende Gestaltung ist hier das A und O. Ansprechend bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Umschlag ruhig auffällig sein darf, aber nicht plump oder marktschreierisch daherkommen sollte. Wichtig ist außerdem die persönliche Ansprache. Einen Werbebrief, der „An alle Bewohner des Hauses“ oder „An alle, die bares Geld sparen möchten“ adressiert ist, wird vermutlich das gleiche Schicksal ereilen wie eine Werbemail.

Er wird ungelesen im Papierkorb landen. Der Werbebrief selbst sollte das Niveau halten, das der Briefumschlag verspricht. Er sollte also interessant formuliert sein, den Kunden persönlich und individuell ansprechen und den Kunden möglichst auf der emotionalen Ebene erreichen. Damit der Werbebrief nicht nur optische Reize auslöst, sondern auch andere Sinne einbezieht, kann er beispielsweise auf hochwertigem Papier gedruckt, mit originellen Prägungen und Stanzungen versehen oder mit einem Hauch Duftlack überzogen sein.

Der gute alte Werbebrief erlebt zwar ein Comeback, ist aber mit der Zeit gegangen. Als Bestandteil eines multimedialen Marketingmixes verbindet er sich mit Online-Inhalten. So kann der Werbebrief beispielsweise einen QR-Code oder einen Link enthalten, durch den der Kunde weitere Informationen über das Unternehmen, Zusatzangaben zu den vorgestellten Produkten und auf ihn zugeschnittene Angebote abrufen kann.

Damit bietet der Werbebrief zum einen ohne großen Aufwand einen echten Mehrwert. Zum anderen schafft der schnöde Werbebrief so den Schritt ins digitale Zeitalter und wird dadurch auch für jüngere Zielgruppen interessant.

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