Unternehmenswachstum durch Beteiligungskapital – Infos und Tipps

Unternehmenswachstum durch Beteiligungskapital – Infos und Tipps

Reichen die eigenen Mittel nicht aus und soll oder kann kein Bankkredit in Anspruch genommen werden, kann das sogenannte Beteiligungskapital eine interessante und passende Lösung für die Finanzierung des Unternehmenswachstums sein.

Doch was verbirgt sich dahinter genau? Und wie funktioniert das Ganze?

Hier unser Ratgeber mit Infos und Tipps!:

 

Was ist Beteiligungskapital?

Der Großteil aller Unternehmen operiert sowohl mit Eigen- als auch mit Fremdkapital. Zum Fremdkapital gehören beispielsweise Unternehmensanleihen und Bankkredite. Mit diesen Geldern kann ein Unternehmen arbeiten.

Das es sich aber um fremdes Kapital handelt, das dem Unternehmen nur leihweise zur Verfügung gestellt wurde, müssen die Gelder unabhängig vom Unternehmenserfolg wieder zurückbezahlt werden. Beteiligen sich Investoren an dem Unternehmen, werden sie zu Miteigentümern.

Das Kapital, das sie in dieser Funktion in das Unternehmen investieren, verbleibt im Unternehmen. Es erfolgt keine Rückzahlung, sondern die Gelder werden zum Eigenkapital gezählt. Im Gegenzug werden die Eigenkapitalgeber anteilig an den Unternehmensgewinnen beteiligt. Außerdem haben sie jederzeit die Möglichkeit, ihre Unternehmensanteile wieder zu verkaufen.

 

Wie lässt sich Unternehmenswachstum durch Beteiligungskapital finanzieren?

Ein Unternehmen möchte expandieren. Das dafür notwendige Eigenkapital ist aber nicht vorhanden und die Bank ist nicht bereit, einen so hohen Kredit zu gewähren. Also sucht sich das Unternehmen einen Investor.

Dieser stellt das benötigte Geld zur Verfügung und ist im Gegenzug mit 15 Prozent am Unternehmen beteiligt. Das Unternehmen wächst und entwickelt sich gut. Einige Zeit später kann der Investor seine Unternehmensanteile mit Gewinn verkaufen.

So in etwa läuft es ab, wenn Beteiligungskapital für die Finanzierung des Unternehmenswachstums eingesetzt wird. Viele Firmen möchten gerne wachsen und haben auch gute, erfolgversprechende Konzepte dafür. Allerdings sind die Banken oft nicht bereit, das Risiko mitzutragen und die benötigten Mittel zu gewähren.

In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, Kapitalgeber ins Boot zu holen. Das Unternehmen muss dann zwar Unternehmensanteile abgeben. Gleichzeitig kommt aber frisches Eigenkapital ins Unternehmen, ohne dass Schulden gemacht werden müssen. Eigenkapitalgeber treten in den verschiedensten Formen auf.

Von Investoren, die Existenzgründer mit vergleichsweise kleinen Summen unterstützen, bis hin zu Eigenkapitalgebern, die ganze Konzerne aufkaufen, ist alles vertreten. In aller Regel sind Eigenkapitalgeber aber auf Investments in bestimmte Technologien und Unternehmen gewisser Branchen und Größen spezialisiert.

 

Welche Arten von Beteiligungskapitalgebern gibt es?

Das Geschäftsmodell als solches hat seine Wurzeln in den USA. Aus diesem Grund wird neudeutsch auch von Private-Equity-Unternehmen gesprochen. Allerdings gibt es verschiedene Arten von Investoren.

Die wichtigsten davon sind folgende:

  • Private-Equity-Unternehmen im klassischen Sinne setzen sich oft aus mehreren vermögenden Investoren zusammen. Sie investieren ihr eigenes Kapital und auch das Kapital Dritter bevorzugt in mittelständische Unternehmen. Dabei sind Investitionen in einer Größenordnung von mehreren Millionen Euro möglich.

 

  • Venture-Capital-Unternehmen unterstützen Firmengründungen finanziell. Das Beteiligungskapital bewegt sich üblicherweise im niedrigen Millionenbereich.

 

  • Corporate-Equity-Gesellschaften sind meist Finanz-Tochterunternehmen von Industriekonzernen, Banken oder Versicherungen. Sie investieren in Unternehmen, die in einem Technologiebereich nahe der Muttergesellschaft tätig sind. Mitunter wird dabei eine Mehrheitsbeteiligung oder eine Firmenübernahme zu einem späteren Zeitpunkt angestrebt.

 

  • Internationale Hedge-Fonds beziehen ihr Investitionskapital von Pensionsfonds, Banken und Versicherungen. Ihr Auftrag besteht darin, das Kapital möglichst gewinnbringend anzulegen. Hedge-Fonds treten als Großinvestoren auf, die Beteiligungssummen beginnen bei 50 Millionen Euro. Meistens beteiligen sich Hedge-Fonds dabei an größeren Unternehmen.

 

  • Gründerfonds und öffentliche Förderbanken agieren ebenfalls als Beteiligungskapitalgeber. Die Anschubfinanzierungen belaufen sich meist auf niedrige Millionenbeträge.

 

Wie findet ein Unternehmen einen Beteiligungskapitalgeber?

Für einen Beteiligungskapitalgeber ist entscheidend, dass sein Investment eine Rendite verspricht. Aus diesem Grund kommen Kapitaleinsätze zu allen erdenklichen Zwecken in Frage.

Ein Unternehmen kann sich also um Kapital für die Unternehmensgründung bemühen, genauso aber auch nach einem Investor suchen, um einen neuen Geschäftszweig zu erschließen, sich neu auszurichten oder das Unternehmenswachstum in anderer Form voranzubringen. Die Übernahme eines Betriebs, eine Unternehmensnachfolge oder die Auszahlung von Unternehmenserben können ebenfalls durch Beteiligungskapital finanziert werden.

Eine gute Anlaufstelle für die Suche nach einem Investor ist der Verband Deutscher Kapitalbeteiligungsunternehmen, kurz BVK. Hier sind über 200 verschiedene Beteiligungs- und Private-Equity-Unternehmen organisiert und über die Datenbank auf der Verbandswebseite können Unternehmen nach passenden Investoren suchen.

Daneben gibt es online viele andere Portale, die sich thematisch mit Unternehmensbeteiligungen beschäftigen und Kontakte vermitteln.

 

Wie lange hält die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Investor an?

Im Unterschied zu einer Bank oder einem anderen Fremdkapitalgeber kann ein Beteiligungskapitalgeber sein Geld nicht einfach wieder zurückverlangen. Insofern geht er durch seinen Kapitaleinsatz ein Risiko ein, denn wie erfolgreich das Investment ist, hängt unmittelbar davon ab, wie gut sich das Unternehmen entwickelt und wie erfolgreich es ist.

Aus diesem Grund verlangen Beteiligungskapitalgeber genaue Auskunft über die laufenden Geschäfte und die Unternehmensstrategie. Ein Interesse an unternehmerischer Beteiligung besteht aber meist nicht und üblicherweise ist auch nur eine Minderheitsbeteiligung gewünscht.

Dennoch unterstützen Beteiligungskapitalgeber Unternehmen nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern auch mit Know-how und Kontakten. Viel länger als zehn Jahre hält die Zusammenarbeit dabei in aller Regel nicht an.

Üblicherweise verfolgen Beteiligungskapitalgeber das Ziel, ihre Unternehmensanteile innerhalb von fünf bis zehn Jahren wieder zu verkaufen, im Idealfall natürlich mit ordentlichem Gewinn. Als Käufer der Unternehmensanteile kann dann das Unternehmen selbst auftreten. Genauso kommen aber auch andere Investoren oder Wettbewerber in Frage.

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Veröffentlicht von

Christian Gülcan - Artdefects Media

Verlagsinhaber (Artdefects Media Verlag), Marketing Experte in Onlinemarketing, SEO, SEA, Social Media, Printmedien und Vermarktung von Unternehmen seit 2006. Kooperationspartner zu Werbeagenturen, Medienagenturen und Marketing-Profis. Verleger von Fachpresse in Print und Online verschiedener Branchen und Themengebiete.

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