Wie sinnvoll sind Produktfilme (als Marketinginstrument)?

Wie sinnvoll sind Produktfilme (als Marketinginstrument)?

Wenn ein Unternehmen seinen Bekanntheitsgrad steigern, sich als Marke einen Namen machen und seine Produkte verkaufen möchte, kommt es am Marketing nicht vorbei.

Allerdings ist das Marketing ein weites Feld mit vielen Möglichkeiten und nicht jedes Marketinginstrument ist für jedes Unternehmen gleichermaßen gut geeignet. Generell lassen sich die Marketingstrategien jedoch in zwei große Gruppen einteilen.

Während die eine Gruppe in erster Linie darauf abzielt, einen Markennamen zu etablieren, steht bei der anderen Gruppe im Vordergrund, ein Produkt zu bewerben und zu verkaufen. In beiden Fällen braucht es eine gut durchdachte Werbestrategie, die die richtigen Marketingelemente einsetzt.

Dabei gehören auch Produktfilme zu den möglichen Marketinginstrumenten. Doch was sind Produktfilme eigentlich genau?

Und wie sinnvoll sind Produktfilme als Marketinginstrument?

 

Was ist ein Produktfilm?

Bevor es darum gehen kann, wie sinnvoll ein Produktfilm als Marketinginstrument ist, muss zunächst einmal geklärt werden, was ein Produktfilm überhaupt ist. Im Unterschied zum Werbespot ist ein Produktfilm nämlich weit weniger verbreitet und vielen deshalb nicht auf Anhieb ein Begriff.

Ein Werbespot ist ein Kurzfilm, der etwa eine Minute lang dauert und darauf abzielt, die Vorzüge des beworbenen Produkts in den Vordergrund zu rücken. Die Absicht dahinter ist, das Interesse potenzieller Kunden zu wecken und sie zu einem Kauf anzuregen.

Da bei einem Werbespot aber nur wenig Zeit zur Verfügung steht, um dieses Kaufinteresse zu wecken, muss das Produkt kurz, prägnant und mit einer griffigen Werbebotschaft präsentiert werden. Im Unterschied dazu spielt die Werbebotschaft beim Produktfilm eine untergeordnete Rolle. Ein Produktfilm möchte den Kunden vielmehr informieren und ihm das Produkt als solches nahebringen.

Deshalb kann ein Produktfilm detaillierter auf die Vorzüge des Produkts eingehen, Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen oder auch eine konkrete Anleitung mit oder ohne Zusatzinfos sein. Eine zeitliche Begrenzung gibt es beim Produktfilm nicht, seine Dauer kann sich zwischen wenigen Sekunden und mehreren Minuten bewegen. Während der Werbespot also vorrangig das Kaufinteresse des Kunden ansprechen möchte, will der Produktfilm dem Kunden einen Mehrwert bieten.

 

In welchen Varianten gibt es den Produktfilm?

Produktfilme können in unterschiedlichen Versionen realisiert werden. Konkret gibt es drei Varianten:

  1. Automatisch erstelle Produktfilme: Bei dieser Version werden ein oder mehrere Produktfotos zu einem Video zusammengefügt. Um dem Kunden weitere Informationen zu vermitteln, können Beschreibungen, Tipps, Hinweise, Kommentare oder Stichwörter als Text eingeblendet werden. Neben oder anstelle einer Beschriftung ist auch möglich, den Clip mit Ton zu hinterlegen. Für das Unternehmen ist diese Form des Produktfilms mit den geringsten Kosten und dem wenigsten Aufwand verbunden. Der Nutzen für den Kunden besteht darin, dass er sich nicht durch verschiedene Bildergalerien klicken und die Produktbeschreibungen durchlesen muss, sondern sich diese Informationen als Video anschauen kann.
  2. Manuell erstellte Produktfilme: Hier wird das beworbene Produkt ausführlich vorgestellt. Oft wird es im Einsatz gezeigt, so dass der Kunde die Eigenschaften und die Funktionen sieht. Durch detaillierte Abbildungen wird es möglich, auch anspruchsvollere Themen oder Handgriffe nachvollziehbar und anschaulich zu erklären. Für das Unternehmen ist ein solcher Produktfilm zwar mit einigem Aufwand verbunden. Dafür bietet es dem interessierten Kunden aber einen Informationsfilm mit deutlichem Mehrwert.
  3. Produktfilme mit persönlicher Ansprache: Bei dieser Variante wird das Produkt ausführlich beschrieben und erklärt. Außerdem werden seine Vorzüge verdeutlicht. Meist erinnern solche Produkte an eine Mischung aus persönlichem Beratungsgespräch und konkreter Anleitung für den Gebrauch. Der Produktionsaufwand für das Unternehmen ist hoch. Dafür profitiert der Kunde aber von einem Informationsfilm mit sehr hohem Mehrwert. Da der Werbecharakter nahezu fehlt, wird außerdem eine Vertrauensbasis geschaffen. Denn der Kunde hat nicht das Gefühl, dass ihm das Produkt verkauft werden soll, sondern dass ihm das Produkt wie bei einer persönlichen Beratung vor Ort ausführlich erklärt wird.

 

Wodurch zeichnet sich ein guter Produktfilm aus?

Der entscheidende Faktor bei einem Produktfilm ist der Mehrwert, den er dem Kunden bietet. Gleichzeitig macht ein Produktfilm auch nur dann Sinn als Marketinginstrument, wenn der Kunde einen echten Nutzen davon hat. Sieht der Kunde nur wieder einen weiteren Werbespot, der keine neuen Informationen bereithält, wird er wenig begeistert sein.

Schließlich klickt der Kunde das Video an, weil er davon ausgeht, dass er durch den Produktfilm etwas über das Produkt erfährt, das er bislang so noch nicht wusste. Neben der Frage nach dem Mehrwert für den Kunden sollte das Unternehmen aber auch prüfen, ob ein Produktfilm überhaupt geeignet ist. Insgesamt zielt ein Produktfilm darauf ab, Informationen zu vermitteln und Anwendungen aufzuzeigen, bei denen ein Werbespot und die Produktbeschreibung an ihre Grenzen stoßen.

In Bildern lassen sich viele Sachverhalte sehr viel anschaulicher erklären. Aber nicht immer reichen wenige Minuten aus, um komplexe Themen zu veranschaulichen. Bei Geräten und Maschinen beispielsweise wird das oft durchaus gelingen, bei komplizierten Finanzprodukten wahrscheinlich eher nicht. Mittels Produktvideo kann dem Kunden gezeigt werden, wie er einen Laminatboden verlegen oder den Staubsaugerbeutel wechseln kann.

Wie er hingegen eine Hausalarmanlage anschließen und programmieren muss, wird sich in einem kurzen Video hingegen kaum nachvollziehbar erklären lassen. Zudem sollte das Unternehmen immer im Hinterkopf behalten, dass ein Produktfilm für interessierte Kunden und somit in erster Linie für Laien gedacht ist.

Spezifische Fachbegriffe müssen deshalb größtenteils außen vor bleiben. Auch dies kann bei der Frage, ob das jeweilige Produkt Material für einen Produktfilm liefert, eine wichtige Rolle spielen.

 

Wo und wie wird ein Produktfilm verbreitet?

Die wichtigste Plattform für Produktfilme ist das Internet. Grundsätzlich kämen zwar auch andere Wege in Frage, um Kunden einen Produktfilm zu zeigen, beispielsweise mittels CD oder DVD.

Der eigentliche und in der Praxis nahezu ausschließliche Verbreitungsweg für Produktfilme ist aber das Internet. Hier liegt allerdings auch die Herausforderung für das Unternehmen. Denn damit der Produktfilm seine Wirkung als Marketinginstrument entfalten kann, muss er vom Kunden gefunden werden.

Und der Kunde muss das Video aktiv anklicken. Allein schon deshalb muss sich der Produktfilm deutlich von einem Werbespot abgrenzen. Andernfalls wird der Kunde das Video genervt wegklicken, denn mit Werbung wird der Kunde überall und ständig überflutet. Was die Verbreitung als solches angeht, so gibt es mehrere Möglichkeiten.

Das Unternehmen kann den Produktfilm auf der eigenen Homepage einbetten. Vertreibt es das Produkt über einen Onlineshop oder einen virtuellen Marktplatz, kann das Produktvideo in die Produktbeschreibung eingefügt werden. Daneben bieten sich Videoportale und natürlich die sozialen Netzwerke als Präsentationsflächen an.

Wie sinnvoll ist ein Produktfilm als Marketinginstrument?

Ein Produktfilm kann ein sinnvolles und effektives Marketinginstrument sein, das den Kunden anspricht und ihn sowohl vom Produkt als auch vom Unternehmen überzeugt. Verglichen mit anderen Marketinginstrumenten wie beispielsweise Werbespots, großen Anzeigenkampagnen in Zeitschriften, Werbebannern im Internet oder Werbebriefen sind die Kosten niedriger und auch die Streuverluste sind oft geringer.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Produktfilm bislang als Marketinginstrument eher selten eingesetzt wird und sich somit vom üblichen Werbeeinerlei abhebt. Allerdings macht ein Produktfilm als Marketinginstrument nur dann wirklich Sinn, wenn

  • sich das Produkt in einem kurzen Video mit seinen Eigenschaften und Vorzügen darstellen lässt,
  • der Produktfilm einen Mehrwert für den Kunden bietet und nicht nur Inhalte wiederholt, die der Kunde schon aus der Produktbeschreibung oder einem Werbespot kennt,
  • das Video so platziert werden kann, dass es im Internet gefunden und angeklickt wird und
  • die Zielgruppe, die das Unternehmen erreichen will, ihre Informationen überwiegend über das Internet bezieht.
  • Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, lohnt es sich in aller Regel nicht, einen Produktfilm als Marketinginstrument einzusetzen.

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Veröffentlicht von

Christian Gülcan - Artdefects Media

Verlagsinhaber (Artdefects Media Verlag), Marketing Experte in Onlinemarketing, SEO, SEA, Social Media, Printmedien und Vermarktung von Unternehmen seit 2006. Kooperationspartner zu Werbeagenturen, Medienagenturen und Marketing-Profis. Verleger von Fachpresse in Print und Online verschiedener Branchen und Themengebiete.

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